© Christian Gröschke, August 2024
Das Lied, das wir gerade gehört haben, mochte die Verstorbene sehr. Es erinnert daran, wie wichtig es ist, das Leben – ihr Leben – zu feiern. Auch wenn eine schwere Krankheit vieles aus der Bahn geworfen hat, hat sie ihre Hoffnung nie verloren. Und doch musste sie gehen.
Ich erinnere mich an ein Telefonat aus dem Krankenhaus. „Ich wollte nur mal deine Stimme hören“, sagte sie. Wir sprachen über Pläne, über unsere Familien, wir lachten, lästerten ein wenig – aber nie böse. Und dann sagte sie den Satz, der mir bis heute nachgeht:
„Das Leben ist schön.“
Ich stehe heute hier als Nachbar, als Freund und weil sie es sich gewünscht hat.
Sie selbst wollte eigentlich keine Trauerrede.
Keine Tränen.
Keinen Chor, der traurige Lieder singt.
Sie wollte, dass wir feiern, dass wir tanzen, dass wir sie in bunten Farben in Erinnerung behalten – so, wie sie war: warmherzig, humorvoll und voller Gefühl für die Menschen um sie herum.
Erinnerungen tragen uns durch diesen Abschied.
Denn der Tod ist endgültig – aber Erinnerung ist es nicht.
Sie wuchs in einer großen Familie auf. Humor gehörte genauso zu ihr wie Verantwortungsbewusstsein. Schon früh musste sie viel tragen und war doch immer jemand, der andere zum Lachen bringen konnte. Aus ihrer Kindheit gibt es unzählige Geschichten – kleine Missgeschicke, spontane Sprüche, Momente zum Schmunzeln –, die bis heute in der Familie weitererzählt werden.
Im Erwachsenenleben fand sie ihre große Liebe – eine Partnerschaft voller Vertrauen, mit Höhen, Tiefen und viel Lachen. Mit ihrer Tochter verband sie eine besonders enge Beziehung; beide sagten sich oft, wie dankbar sie füreinander seien. Später erfüllte sie die Rolle der Oma mit so viel Hingabe, Geduld und Freude, dass sie selbst die anstrengendsten Tage mit einem Lächeln beendete.
Auch beruflich war sie ein Mensch, der sich einsetzte – gerecht, zuverlässig und manchmal herrlich stur, wenn es um Fairness ging. Wer sie kannte, wusste: Sie wollte immer, dass es allen gut geht.
Tiere hatten einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Ob Hund, Katze oder ein Tier, das Hilfe brauchte – sie konnte nicht wegsehen. Ein Zuhause zu geben, Wärme, Sicherheit: das war für sie selbstverständlich.
Ich möchte ihr eines sagen:
Danke.
Für deine Wärme.
Für deinen Mut.
Für deinen Humor.
Für alles, was du der Welt gegeben hast.
Und ich wünsche der Familie und allen Menschen, die sie liebten, Kraft – und die Gewissheit, dass der Satz, den sie selbst so oft gesagt hat, weiterlebt:
„Das Leben ist schön.“